Ein schönes 2012!

Ich wünsche Euch allen ein schönes neues Jahr! Ich hatte schöne und ruhige Feiertage, auch ein schönes, besinnliches Silvester (mit ruhigen, gelassenen Tieren) und freue mich jetzt auf 2012 und alles, was in diesem Jahr so passieren mag!

Alles Liebe
Marina

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Frohe Weihnachten!

wünsche ich allen Lesern! Ich wünsche Euch allen besinnliche, ruhige Festtage und genügend Zeit für die Tiere neben all der Familie!
Ich wünsche Euch, dass ihr diese Tage genießen könnt und alles harmonisch und in Freude verläuft!

Liebe Grüße
Marina

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Kommentare gesperrt

Da ich im Moment sehr mit Spam zugeschüttet werde und mir das extrem die Energie raubt (die ich gerne zum Schreiben benutzen möchte), habe ich die Kommentare gesperrt (wenn es geklappt hat). Wer etwas zu einem Artikel sagen möchte, kann mir gerne eine Email schreiben. Ich antworte dann auch und wenn mir der Kommentar von öffentlichem Interesse erscheint, dann werde ich ihn auch im Blog veröffentlichen.

Liebe Grüße
Marina

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Die Befreiung von Tanzbären

Vor einigen Tagen habe ich eine Reportage über Tanzbären gesehen. Ich weiß nicht mehr genau, welches Land es war, auf jeden Fall in Osteuropa. Es ging darum, dass die Vorführung dort jetzt verboten ist und deswegen hat eine Tierschutzorganisation die Bären übernommen und in einen Bärenpark gebracht. Die Familien, die vormals mit den Tanzbären ihren Lebensunterhalt bestritten haben, haben auch eine Ablösung von umgerechnet 1000Euro für die Bären bekommen.

Nun haben diese Bären als Tanzbären unsägliches Leid erfahren. Ringe durch die Nase, manchmal durch den Kiefer, an denen gezogen wurde, die manchmal auch rausrissen, immer wieder neu gemacht wurden. Stöcke kamen zum Einsatz und möglicherweise sogar heiße Platten, um den Bären das Tanzen beizubringen. Durch die Armut waren die Bären auch schlecht ernährt. Wie auch immer: Das Leid der Tiere ist einfach riesig und der Umgang mit ihnen einfach grausam!

Doch was sehr auffällig war: Den Menschen ging es auch sehr schlecht. Nicht nur materiell. Es wurde auch zu viel Alkohol getrunken, man sah Familienmitgliedern mit den Kindern schreien, alles wirkte sehr grob. Teilweise waren die Grundstücke richtige Müllhalden, auf denen die Bären lebten, aber auch die ganze Familie. Und nicht nur Futter für die Bären war knapp, auch die Familien hatten wenig zu essen.

Was will ich damit deutlich machen? Mir wurde beim Schauen des Films nochmal bewusst, dass jemand, der grausam mit Tieren umgeht, selbst auch unglaublich leiden muss. Ich will nicht sagen, dass das den Menschen bewusst ist (dann müssten sie womöglich gar nicht mehr schlecht mit den Tieren umgehen!). Aber wieviele schlechte, abwertende, beängstigende Gefühle und existenzielle Ängste werden in diesen Menschen sein? Wie wird der Druck sein, der subjektiv gefühlt wird? Und wie oft muss der Druck irgendwohin und entlädt sich beim schwächsten Glied, bei Kindern, Tieren?

Es geht mir auch nicht darum, das Leid der Bären abzuwerten. Diese Tiere sind Opfer, mit denen ganz ganz furchtbar umgegangen wurde. Was ich möchte ist, den Blick auch auf die Täter auszuweiten. Denn egal ob die Bären da jetzt raus sind: Es gibt immer die Möglichkeit, dass der Mensch sich ein neues Tier kauft und dieses dann wiederum unsäglich leidet. Und das kann man nur verändern, wenn man bei den Tätern etwas verändert. In diesem Falle ist das sicherlich eher schwer, die Menschen dort sind sicherlich auch sehr gefangen in Arnut und Leid. Aber auch vor unserer Haustür gibt es Tierleid mit dazugehörigen Tätern, die sicherlich auch ihr Päckchen zu tragen haben.

Wenn jetzt jemand sagt: “Was für ein Blödsinn, manche Menschen sind einfach so, die leiden dabei nicht!” kann ich nur sagen: Vielleicht leiden diese Menschen nicht bewusst (und was unbewusst ist, kann man nunmal nicht deutlich zum Ausdruck bringen). Aber alles in Ordnung ist bei diesen Menschen ganz sicher auch nicht. Denn man kann ja die Gegenprobe machen: Ist es denkbar, dass jemand, der zufrieden, glücklich, bewusst, friedlich, reflektiert, liebevoll und offen ist, der sich selbst mag und sogar liebt, ein Tier so unsäglich leiden lässt? Ich muss dann an den Dalai Lama denken und für mich ist es unvorstellbar, dass so jemand so grausam mit Tieren umgehen könnte. Einfach auch, weil so jemand begriffen hat, dass jedes Lebewesen glücklich sein möchte.

Alles Liebe
Marina

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Gelassenheit hilft!

Ich habe in einem anderen Blog ein wunderbares Video gefunden.
Erstmal fragt man sich jetzt vielleicht: “Warum soll ich ein Video über Hirnforschung anschauen, wenn ich etwas mit meinem Hund oder Pferd machen möchte?” Zum einen, weil es immer klug ist, über den Tellerrand zu schauen. Zum anderen aber auch, weil einem die Erkenntnisse der Hirnforschung durchaus auch bei den Tieren helfen kann.
Ich plädiere ja zum Beispiel dafür, ohne festen Plan zu den Pferden zu gehen und einfach mal zu schauen, was vom Pferd kommt, sich einfach mal auf die Situation einlassen. Nach diesem Video weiß ich nun auch, warum das oft so erfolgreich ist, gerade wenn man ein Problem mit dem Pferd lösen möchte!

Gelassenheit hilft: Anregungen für Gehirnbenutzer – Prof. Dr. Gerald Hüther Universität Göttingen from Filme Online on Vimeo.

Alles Gute für Euch und Eure Tiere!
Marina

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How to ride a horse

Heute mal etwas zum Schmunzeln!

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“Hoppeln”

Gestern habe ich etwas gesehen, was mich nachdenklich gemacht hat. Wir haben hier von den Ausläufen unserer Pferde aus einen guten Blick auf die nahe Landstraße. Dort geht eine Brücke über einen Fluss. Neben dieser Brücke geht auch ein Fußweg über den Fluss, es ist aber natürlich recht eng, denn der Fußweg ist auf der einen Seite von einer Leitplanke begrenzt und auf der anderen vom Handlauf. Gestern ritt eine Frau über diese Brücke. Weil ihr der Fußweg wahrscheinlich zu eng war, nutze sie die Straße. Und damit es schneller geht, ließ sie ihr Pferd traben. Und während das Pferd nun recht flott über die Brücke trabte, saß sie aus. Dabei “hoppelte” sie ziemlich auf dem Pferd rum, das heißt sie fiel dem Pferd bei jedem Schritt in den Rücken.

Ihr kennt dieses Bild sicher. Oft sind das Reiter, die noch nicht lange reiten. Oft hört man aber auch “Das Pferd ist halt schlecht zu sitzen”. Nun möchte ich gerne einige Gedanken dazu loswerden, wie man dieses “Hoppeln” zumindest etwas vermindern kann. Denn es ist unbequem für den Reiter und es schmerzt das Pferd! Aufgrund des Schmerzes wird das Pferd den Rücken eher noch mehr wegdrücken und demnach wird der Reiter dann in der Regel auch noch stärker hoppeln, das Problem vergrößert sich also noch.

Was kann man tun?

Ich beginne mal mit dem Einfachsten: Leichttraben! Wenn das Aussitzen noch nicht klappt, dann kann man leichttraben! Gerade in der Szene wie oben beschrieben, wenn man allein einen Ausritt macht, dann hindert einen niemand daran und es erleichtert dem Pferd das Laufen! Dieser Tipp bedeutet natürlich, dass ihr mit einem normalen Sattel reitet, was ja auch nicht zwingend der Fall ist.

Wenn man unbedingt aussitzen möchte (oder auch in der Zeit des Übens): Etwas stärker nach hinten lehnen. Sieht zwar nicht so toll aus, hilft aber. Denn das Becken kippt dadurch in eine andere Haltung und das Pferd hat es leichter, das Becken des Reiters einfach in die Bewegung mitzunehmen und dann kommt das Hoppeln gar nicht erst zustande. Und nicht ganz so gut auszusehen sollte man ruhig in Kauf nehmen, wenn man es dadurch dem Pferd erleichtert!

Die weiteren Tipps erfordern entweder etwas mehr Zeit oder etwas mehr Aufmerksamkeit und Übung.

Man sollte langfristig auf jeden Fall an der Beweglichkeit des Beckens arbeiten! Lass Dich zur Übung einfach mal im Schritt von Deinem Pferd tragen, schließe die Augen und fühl mal einfach rein, wie das Pferd Dein Becken hoch und runter bewegt.  Lerne einfach, Dein Becken vom Pferd bewegen zu lassen.

Üb das auch beim Laufen oder besonders gut beim Tanzen! Beweg die Hüften bewusst, lass sie kreisen, Achten beschreiben, was auch immer. Achte beim Laufen darauf, einfach nur die Hüften zu bewegen und den Oberkörper still zu lassen. Hab Spaß dabei!

Wenn Du bemerkst, dass Dir dabei Muskeln weh tun oder Du Dich wirklich unbeweglich fühlst: Gönn Dir doch mal eine Rückenmassage!

Auch Sport kann dabei natürlich gut helfen! Zum Beispiel ein Bauchtanzkurs oder auch langsame Bewegungen, die das Bewusstsein im Körper fördern wie Tai Chi oder Qi Gong.

Mach Dir auch Deinen Körper und Dein Becken immer mal wieder bewusst, wenn Du auf dem Pferd sitzt. Entspann Dich bewusst. Lass locker. Denk einfach an Dein Becken, geh mit der Aufmerksamkeit dorthin und beobachte einfach, was geschieht und ob das Reiten dadurch leichter und einfacher wird. Für mich war dieser Lernschritt eine Offenbarung, endlich hab ich vieles begriffen und gerade auch wirklich unabhängige Hilfengebung wird erst mit einem entspannten, bewussten Körper möglich!

Nun aber noch ein kurzes Wort zu diesen Pferden, die angeblich schlecht zu sitzen sind. Da steckt häufig ein verspannter Rücken bzw. ein verspanntes Pferd dahinter. Es lohnt sich und ist auch wirklich notwendig, dass man sich damit beschäftigt, wie das Pferd läuft und ihm bessere Arten zeigt und Anregungen gibt, wie es sich gesund bewegen kann. Dazu kann Physiotherapie gehören, Massagen, durchdachtes Training, eine Sattelkontrolle, es gibt da viele Faktoren, die man bedenken muss. Je länger ein Pferd schon verspannt und ungesund läuft, desto mehr und länger wird man damit zu tun haben, es wieder zur Entspannung zu bekommen. Klar ist: Wenn der Rücken des Pferdes mitschwingt, entspannt ist und die Muskeln arbeiten können, dann ist das Pferd mindestens wesentlich leichter zu sitzen.

Und das möchte ich einfach noch gerne als letzte Anmerkung loswerden: Frag Dein Pferd vor jedem Aufsteigen, ob es das möchte. Wenn es wegrennt, wenn es zum Beispiel den Sattel sieht, dann ist das ein deutliches Zeichen! Verspannte Pferde, denen das Reiten weh tut, die zeigen das in aller Regel. Manchmal nur nicht so deutlich, sondern indem sie beim Satteln mit dem Schweif schlagen, sich nicht fangen lassen oder ähnliches. Achte auf solche Anzeichen und reagiere entsprechend! Am schönsten ist es nämlich, sich selbst und den Umgang mit dem Pferd so zu verändern, dass dem Pferd das Geritten werden Spaß macht und etwas bringt! Das ist auch gar nicht so schwer!

Alles Gute

Marina

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Veränderung in der Thematik

Der Blog steht ja eigentlich unter dem Thema “Heilung von Tieren”. In den letzten Tagen ist mir klar geworden, dass das nur die eine Seite ist. Die andere Seite ist der Mensch. Und zwar nicht nur der, der reflektiert, vorsichtig, umsichtig mit seinem Tier umgeht, sondern vor allem auch der Mensch, der damit noch Probleme hat. Der vielleicht manchmal wütend und gereizt im Umgang mit seinem Tier reagiert. Nicht aus Böswilligkeit oder weil er sein Tier nicht liebt, nein, einfach weil es nicht anders geht. Weil Gefühle hochkochen, man sich nicht zu helfen weiß, man vielleicht unbewusst reagiert. Weil man kurz die Kontrolle verliert, was auch immer. Meistens stehen dahinter Gefühle, die wir uns nicht klar und bewusst machen, die dann (leider häufig) beim Tier landen, das in der Kette oft das schwächste Glied ist, weil es dem Menschen doch ziemlich ausgeliefert ist.

Nun kann man einfach sagen: Man muss sich eben unter Kontrolle haben, man muss seine Wut weglassen können, man darf vom Tier nichts persönlich nehmen, dann reagiert man auch angemessen.

Ich freue mich für all die, die das können. Die wirklich immer ruhig, freundlich, angemessen, bewusst und reflektiert mit ihrem Tier umgehen können. Ich konnte das in meinem Leben nicht immer.  Und es gibt heute zwar keine Wutanfälle mehr, aber es passiert mir schon hin und wieder, dass ich zum Beispiel ungerecht reagiere. Oder früher stand ich oft heulend in einer Ecke, wenn nichts klappen wollte, ich nicht weiterwusste und meine Gefühle mich dann einfach überrannten. Ohnmacht, Verzweiflung, es war wirklich ganz schrecklich.

Rausgeholt hat mich da nach und nach ein anderer Umgang mit den Tieren, aber auch ein anderer Umgang mit meinen Gefühlen. Und da ja genau dieser andere Umgang mit den Gefühlen als Lebensberaterin auch mein tägliches Geschäft war, möchte ich da nun meine beiden Leidenschaften verbinden und hier im Blog Tierbesitzern und ganz besonders Pferdebesitzern Denkanstöße, Übungen und Anregungen geben, wie man mit geheilten und geklärten Gefühlen zum Pferd gehen kann, wie man mit hochkochenden Gefühlen umgehen kann und was das dann für den Alltag mit dem Pferd bringt.

Denn seine Gefühlswelt zu verstehen, wahrzunehmen und bei Bedarf dann auch zu heilen, das bringt ganz viel Heilung in das Leben von Mensch und Tier!

Alles Gute für Euch und Eure Tiere!

Marina

 

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Schockierend!

Gerade habe ich den aktuellen 162.Newsletter von “Wege zum Pferd” (www.wege-zum-pferd.de) gelesen. Darin heißt es, dass  Fachleute annehmen, 85% der Lahmheiten und Rittigkeitsprobleme sowie zu frühe Tode von Reitpferden resultieren aus falschem Training.

Schockierend, oder?

Doch ich muss zugeben, ich war gar nicht so schockiert. Doch warum nicht?

Ich sehe mich viel um und ich sehe hier, im Reiterland Niedersachsen, viele Pferde. Und ich sehe viele Pferde, die sehr schlecht aussehen obwohl (oder gerade weil) sie viel trainiert werden. Da wird einem schnell klar: Hier kann etwas nicht stimmen!

Das Beste Mittel, um sich davor zu schützen? Das Pferd fragen! Und mehr als nur das: Dem Pferd die Chance und die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden, ob und wieviel es geritten werden möchte, welche Übungen und Lektionen ihm gut tun und was es lernen möchte. Und vor allem dem Pferd immer die Möglichkeit einräumen, nein zu sagen und zwar zu jedem unserer Vorschläge, ganz gleich, wie gut uns der vorkommt!

Alles Gute für Euch und Eure Pferde!

 

 

 

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Dominanz im Umgang mit Tieren

Oftmals bekommt man zu hören: „Der testet Dich“, „Man darf ihm nichts durchgehen lassen“, „Der Mensch muss immer der Boss sein!“. Gerade im Umgang mit Pferden und Hunden sind dies Aussprüche, die ich schon oft gehört habe. Doch stimmt das wirklich? Muss der Mensch der Chef sein und dem Tier immer wieder seinen Platz am unteren Ende der Rangordnung zuweisen? Und was machen Menschen, denen das zu viel ist, die sowas einfach nicht wollen? Die werden zu Katzenliebhabern, weil man Katzen ja eh nicht erziehen kann?

Ich habe Tiere anders kennengelernt. Ganz unabhängig von der Tierart. Tiere, die in sozialen Gefügen leben (grundsätzlich also vor allem die Tiere, die eine Rangordnung haben wie Hunde und Pferde), sind in der Regel darauf ausgerichtet, dass es in ihrer Gruppe harmonisch zugeht. Natürlich, das einzelne Tier möchte gerne überleben und versucht, sein Überleben auch zu sichern. Aber gerade aus diesem Grund möchte lange nicht jedes Tier in den „Olymp der Rangordnung“ aufsteigen und Rudelchef werden. Gerade der Job des Rudelführers ist gefährlich, stressig und besonders Fehler machen sich an dieser Position bemerkbar. Es gibt also sehr viele Tiere (die allermeisten, würde ich schätzen), denen gar nichts daran gelegen ist, sich nach oben hochzuarbeiten. Mal abgesehen davon, dass insbesondere Pferde und Hunde schon lange, lange Zeit gezüchtet wurden und zu einer sehr feinen Kommunikation mit den Menschen fähig sind. Unsere heutigen Haustiere sind nicht gestern als gefährliche Wölfe aus dem Wald geschlichen gekommen. Sie haben lange Entwicklungsphasen hinter sich. Und auch das heutige Pferd ist kein Wildpferd mehr. Ja, Hunde und Pferde können wieder verwildern. Dennoch sind es keine Wildtiere mehr, die ständig ums Überleben kämpfen. Unsere Haustiere wissen vom Futter, das es nur beim Menschen gibt und sie bemerken die eingeschränkte Freiheit. Sie sind nicht dumm, was leider oft die vorherrschende Meinung zu sein scheint. Die meisten Tiere möchten Interaktion mit ihren Menschen, wollen was erleben und ihnen ist irgendwie klar, dass das nur mit dem Menschen geht. Dieser Gedanke ermöglicht einen ganz anderen Zugang zum Tier. Einen Zugang, der auf Freundschaft und Partnerschaft ausgerichtet ist, auf gemeinsames Erleben und Abenteuer. Meine Erfahrung ist, dass Hunde und Pferde sich gerne am Menschen orientieren, der sich in dieser fremden, technisierten Welt ganz offensichtlich auskennt. Der ohne Angst vorweg geht, weil er offensichtlich über anderes Wissen verfügt als das Tier. Tiere erkennen, dass der Mensch einfach mehr Ahnung da draußen hat und schließen sich ihm gerne an – ganz ohne Dominanzgehabe oder Druck, einfach nur, weil der Mensch ganz offensichtlich besser Bescheid weiß und man gut daran tut, sich an jemandem zu orientieren, der Bescheid weiß. Denn genau das würde auch in freier Wildbahn ein Überleben sichern.

Bin ich jetzt gegen alle Regeln im Zusammenleben mit Tieren? Nein, keinesfalls. Soziale Gefüge haben gewisse Regeln. Ich habe auch Regeln im Zusammenleben mit meinem Partner, meiner Familie usw. Dennoch glaube ich, dass diese Regeln durchaus recht locker gesehen werden können. Das unterscheidet sich von Tier zu Tier, jeder Charakter ist individuell. Aber es ist nicht nötig, dass ein Hund sich nur bewegen darf, wenn ich es ihm erlaube, damit die Rangordnung funktioniert. Ein Pferd muss nicht einwandfrei funktionieren und auf Knopfdruck jedem Befehl folgen, damit es nicht im nächsten Moment zur tobenden Bestie wird. Ich glaube einfach und erlebe es täglich, dass es uns und den Tieren gut tut, einfach mit ihnen zu reden, ihnen die Welt zu erklären, mit ihnen gemeinsam Dinge zu unternehmen und unser Leben zu teilen, so dass dann Dominanz und Rangfolge einfach in den Hintergrund tritt. Auch im Umgang mit unseren menschlichen Freunden ist es ja nicht wichtig, wer der stärkere ist, sondern man ist einfach gerne beisammen. Und da ist es dann, wie es mit den Tieren auch sein kann: Mal weiß der eine etwas besser, mal hat der andere eine Idee und so guckt man bei jedem Treffen neu, was heute ansteht. So kann man es auch mit dem Tier handhaben.

Alles Liebe für Euch und Eure Tiere!

Marina

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