Schockierend!

Gerade habe ich den aktuellen 162.Newsletter von “Wege zum Pferd” (www.wege-zum-pferd.de) gelesen. Darin heißt es, dass  Fachleute annehmen, 85% der Lahmheiten und Rittigkeitsprobleme sowie zu frühe Tode von Reitpferden resultieren aus falschem Training.

Schockierend, oder?

Doch ich muss zugeben, ich war gar nicht so schockiert. Doch warum nicht?

Ich sehe mich viel um und ich sehe hier, im Reiterland Niedersachsen, viele Pferde. Und ich sehe viele Pferde, die sehr schlecht aussehen obwohl (oder gerade weil) sie viel trainiert werden. Da wird einem schnell klar: Hier kann etwas nicht stimmen!

Das Beste Mittel, um sich davor zu schützen? Das Pferd fragen! Und mehr als nur das: Dem Pferd die Chance und die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden, ob und wieviel es geritten werden möchte, welche Übungen und Lektionen ihm gut tun und was es lernen möchte. Und vor allem dem Pferd immer die Möglichkeit einräumen, nein zu sagen und zwar zu jedem unserer Vorschläge, ganz gleich, wie gut uns der vorkommt!

Alles Gute für Euch und Eure Pferde!

 

 

 

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Dominanz im Umgang mit Tieren

Oftmals bekommt man zu hören: „Der testet Dich“, „Man darf ihm nichts durchgehen lassen“, „Der Mensch muss immer der Boss sein!“. Gerade im Umgang mit Pferden und Hunden sind dies Aussprüche, die ich schon oft gehört habe. Doch stimmt das wirklich? Muss der Mensch der Chef sein und dem Tier immer wieder seinen Platz am unteren Ende der Rangordnung zuweisen? Und was machen Menschen, denen das zu viel ist, die sowas einfach nicht wollen? Die werden zu Katzenliebhabern, weil man Katzen ja eh nicht erziehen kann?

Ich habe Tiere anders kennengelernt. Ganz unabhängig von der Tierart. Tiere, die in sozialen Gefügen leben (grundsätzlich also vor allem die Tiere, die eine Rangordnung haben wie Hunde und Pferde), sind in der Regel darauf ausgerichtet, dass es in ihrer Gruppe harmonisch zugeht. Natürlich, das einzelne Tier möchte gerne überleben und versucht, sein Überleben auch zu sichern. Aber gerade aus diesem Grund möchte lange nicht jedes Tier in den „Olymp der Rangordnung“ aufsteigen und Rudelchef werden. Gerade der Job des Rudelführers ist gefährlich, stressig und besonders Fehler machen sich an dieser Position bemerkbar. Es gibt also sehr viele Tiere (die allermeisten, würde ich schätzen), denen gar nichts daran gelegen ist, sich nach oben hochzuarbeiten. Mal abgesehen davon, dass insbesondere Pferde und Hunde schon lange, lange Zeit gezüchtet wurden und zu einer sehr feinen Kommunikation mit den Menschen fähig sind. Unsere heutigen Haustiere sind nicht gestern als gefährliche Wölfe aus dem Wald geschlichen gekommen. Sie haben lange Entwicklungsphasen hinter sich. Und auch das heutige Pferd ist kein Wildpferd mehr. Ja, Hunde und Pferde können wieder verwildern. Dennoch sind es keine Wildtiere mehr, die ständig ums Überleben kämpfen. Unsere Haustiere wissen vom Futter, das es nur beim Menschen gibt und sie bemerken die eingeschränkte Freiheit. Sie sind nicht dumm, was leider oft die vorherrschende Meinung zu sein scheint. Die meisten Tiere möchten Interaktion mit ihren Menschen, wollen was erleben und ihnen ist irgendwie klar, dass das nur mit dem Menschen geht. Dieser Gedanke ermöglicht einen ganz anderen Zugang zum Tier. Einen Zugang, der auf Freundschaft und Partnerschaft ausgerichtet ist, auf gemeinsames Erleben und Abenteuer. Meine Erfahrung ist, dass Hunde und Pferde sich gerne am Menschen orientieren, der sich in dieser fremden, technisierten Welt ganz offensichtlich auskennt. Der ohne Angst vorweg geht, weil er offensichtlich über anderes Wissen verfügt als das Tier. Tiere erkennen, dass der Mensch einfach mehr Ahnung da draußen hat und schließen sich ihm gerne an – ganz ohne Dominanzgehabe oder Druck, einfach nur, weil der Mensch ganz offensichtlich besser Bescheid weiß und man gut daran tut, sich an jemandem zu orientieren, der Bescheid weiß. Denn genau das würde auch in freier Wildbahn ein Überleben sichern.

Bin ich jetzt gegen alle Regeln im Zusammenleben mit Tieren? Nein, keinesfalls. Soziale Gefüge haben gewisse Regeln. Ich habe auch Regeln im Zusammenleben mit meinem Partner, meiner Familie usw. Dennoch glaube ich, dass diese Regeln durchaus recht locker gesehen werden können. Das unterscheidet sich von Tier zu Tier, jeder Charakter ist individuell. Aber es ist nicht nötig, dass ein Hund sich nur bewegen darf, wenn ich es ihm erlaube, damit die Rangordnung funktioniert. Ein Pferd muss nicht einwandfrei funktionieren und auf Knopfdruck jedem Befehl folgen, damit es nicht im nächsten Moment zur tobenden Bestie wird. Ich glaube einfach und erlebe es täglich, dass es uns und den Tieren gut tut, einfach mit ihnen zu reden, ihnen die Welt zu erklären, mit ihnen gemeinsam Dinge zu unternehmen und unser Leben zu teilen, so dass dann Dominanz und Rangfolge einfach in den Hintergrund tritt. Auch im Umgang mit unseren menschlichen Freunden ist es ja nicht wichtig, wer der stärkere ist, sondern man ist einfach gerne beisammen. Und da ist es dann, wie es mit den Tieren auch sein kann: Mal weiß der eine etwas besser, mal hat der andere eine Idee und so guckt man bei jedem Treffen neu, was heute ansteht. So kann man es auch mit dem Tier handhaben.

Alles Liebe für Euch und Eure Tiere!

Marina

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“Ich bezahle jeden Monat…

…so viel Geld für mein Pferd, da kann ich ja wohl erwarten, dass ich auch reiten kann!”

Das ist ein Satz, den ich in den letzten Jahren oft gehört habe. Wenn ich davon erzähle, dass ich meine Pferde einfach nur zur Freude habe und nichts erwarte, dann werden die Augen oft groß und ich stoße auf Unverständnis. Und dann kommt eben dieser oben genannte Satz, zumindest wenn ich es mit anderen Pferdebesitzern zu tun habe.

Wie ich hier ja schon kurz andeute, hängt man gedanklich oft an dem, was man für die Tiere macht und erwartet deswegen eine Gegenleistung. Gerade bei Pferden ist Geld da natürlich ein großer Faktor! Denn Pferde sind im Unterhalt einfach teuer. Viele Pferdebesitzer erwarten dann ganz selbstverständlich, dass das Pferd eine entsprechende Gegenleistung erbringt. Meistens wird erwartet, dass man das Pferd reiten kann und dass es auch jederzeit dafür zur Verfügung steht. Also sowas wie “das Pferd hat heute keine Lust” gibt es nicht. Darauf sind auch Reitbetriebe, Reitlehrer etc. in der Regel nicht eingestellt. Man hat feste Termine usw. und daran hat sich auch das Pferd zu halten.

Ist diese Sicht aber fair für das Pferd?

Nein. Unsere Pferde haben nicht darum gebeten, in Ställen gehalten zu werden, eine kleine Box zu beziehen. Sie haben auch nicht um Offenställe gebeten, nicht um Reitunterricht und nicht ums geritten werden. Unsere Pferde werden in der Regel nicht gefragt. Sie müssen jeden Umzug mitmachen, müssen sich Änderungen in der Herde fügen, haben keinen Einfluss auf die Wahl ihrer Weide, auf die Art des Grases, ob sie auf dem flachen Land wohnen oder in den Bergen. Sie können nichts wirklich lebenswichtiges selbst entscheiden.

Und dann ist da noch der Mensch. “Komm, ich will jetzt reiten.” “Mach schon, ich hab doch heute kaum Zeit!” “Ich will ausreiten.” “Ich will heute springen üben.”

Und die meisten Pferde beugen sich diesen ganzen Anforderungen. Sie sind dabei immer noch freundlich und umgänglich, bocken nicht, lassen sich einfangen auf der Weide, sind gut händelbar.

Wehrt sich ein Pferd und lässt sich nicht alles gefallen, so gilt es sehr schnell als “Problempferd”, dem dann mit verschiedenen Methoden zu Leibe gerückt wird.

Was viel zu selten geschieht, ist das Hineinfühlen ins Pferd. Und auch die Frage an sich selbst: Muss das wirklich sein? Muss mein Pferd sich all meinen Wünschen beugen? Oder hat das Pferd vielleicht ohnehin recht wenig Freiräume und muss sich mit den Umständen einfach abfinden?

Wieviele Pferde leben heutzutage denn noch auf ausreichend großen Weiden (und damit meine ich wirklich richtig viel Platz!)? Wieviele Pferde haben genug Kräuter und Gräser zur Auswahl um sich das zu suchen, was genau für ihren Bedarf passt? Wieviele Pferde haben von Anfang an die gleiche Herde, haben die Chance auf lebenslange Freundschaften?

Seien wir ehrlich: Unsere Pferde müssen vieles einfach hinnehmen. Und sie müssen das, weil ich als Mensch entscheide, wie sie gehalten werden, welche Haltungsform, welches Futter, welche Freunde sie haben. Ich entscheide auch, wie sie geritten werden, ob sie gefahren werden, ob das alles sanft oder im Hauruck-Verfahren geschieht, wieviel sie arbeiten müssen, welche Gebisse und Sättel sie tragen müssen…

Ich finde, ich als Besitzer tue gut daran, mich mal zu hinterfragen. Was tue ich? Warum tue ich das? Was bedeutet das für mein Pferd?

Und wenn ich ein “Problempferd” habe, dann habe ich unglaubliches Glück! Ich habe nämlich ein Pferd, das mir zeigt: “So kann ich Deine Anforderungen nicht erfüllen!” Ich als Mensch bekomme so sehr leicht die Chance, in Kontakt zu meinem Pferd zu gehen und leichter Antworten auf die Frage zu bekomme: “Was möchtest Du denn?” oder “Wie könntest Du denn meine Anforderungen erfüllen?” Ich bekomme auch die Chance, meine Anforderungen an das Pferd zu überdenken und mir zu überlegen, ob ich diese Anforderungen wirklich stellen muss und will und wie ich sie ggf. anders gestalten könnte.

Auch jeder Mensch mit einem gehorsamen Pferd sollte sich diese Fragen mal stellen. Sein Pferd wirklich anschauen. Wie sehen die Augen aus, wie läuft mein Pferd, ist es fröhlich, spielt es? Verändert es sich, wenn ich auftauche? Sich mal ehrlich fragen: Ist mein Pferd eigentlich glücklich oder wenigstens zufrieden? Wie oft musste es schon einstecken, also z.B. den Stall wechseln, der Freund hat den Stall gewechselt, kann es sich täglich frei bewegen oder bewohnt es nur eine Box? Sich mal wirklich und ehrlich fragen: Welche Grundbedingungen schaffe ich für mein Pferd? Sind grundlegende Bedürfnisse nach Sozialkontakt und Bewegung ausreichend befriedigt? Und dabei bitte die Pferdesicht berücksichtigen und nicht nur die Menschensicht!

Um noch einmal auf den Anfang zurück zu kommen: Es geht anders. Man kann den Pferden auf einer ganz anderen Ebene begegnen, man kann beginnen, durch ihre Augen zu schauen und sie zu fragen: “Was brauchst Du, was möchtest Du?” Ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen: Dieser Zugang zum Pferd ist nicht immer einfach, weil man oft schmerzvoll bemerkt, was man dem eigenen, geliebten Pferd bisher zugemutet hat. Aber nichts ist toller als ein Pferd, das sich mir mitteilt, das selbstbewusst seinen Weg geht und das ich begleiten darf. Und dann kann man sich auch das Reiten wieder erarbeiten: Als Hilfe FÜR das Pferd, als Abwechslung für das Pferd, aber immer FÜR das Pferd! Immer in Rücksprache mit dem Pferd, “was möchtest DU?”.

Der Mensch gewinnt dabei etwas wunderbares: Die Freundschaft des Pferdes. Ich habe bisher nichts gefunden, was das übertrifft. Kein Springparcours, keine Dressurprüfung, kein Tuniersieg, kein Ausritt kann mir das geben, was mir die Freundschaft zu meinen Pferden jeden Tag gibt!

“Wer beginnt, duch die Augen der Pferde zu sehen, betritt eine andere Welt.
In ihr gelten ältere Gesetze als die unsrigen. Das Dasein ist klar und einfach.
Jeder Schritt hinein lässt uns weiter spüren, tiefer atmen …”

(aus: Selbstbewusste Pferde, Imke Spilker)

Dieses Buch kann ich wirklich jedem nur ans Herz legen! Denn ein anderer Weg zu und mit den Pferden ist möglich!

Alles Liebe für Euch und Eure Pferde!

Marina

 

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Was Tiere für uns tun…

Diese Seite soll ja nach und nach 2 Seiten beleuchten: Einmal was können die Tiere für uns tun und zum anderen, was wir für die Tiere tun können. Oft bleibt man gedanklich sehr darin verhaftet, was man für das eigene Tier tun kann (oder sogar tun muss) und erwartet deswegen vom Tier eine Gegenleistung (sich reiten lassen, gehorsam sein zum Beispiel). Dabei übersieht man sehr, sehr häufig, was die Tiere für uns tun und das oft sogar ganz nebenbei!

Deswegen eine kleine Anekdote. Ich hatte mich letzte Wohe mit meinem Mann gestritten und beim sinnieren darüber, was mir jetzt helfen würde, um wieder klarer zu denken, kam mir der Gedanke: “Geh zu den Pferden!” Also habe ich mir meinen Sohn und das Tragetuch geschnappt und wir sind zu meinen Pferden auf die Weide gegangen. Die Pferde standen gerade auf der anderen Seite der Weide und so wollte ich mich einfach etwas ans Tor setzen und ihnen zuschauen. Als sie mich entdeckten kamen sie aber angaloppiert! Bei mir angekommen, haben sie mich wie immer liebevoll begrüßt. Dann habe ich sie gestreichelt, gekrault, wurde gekrault und durfte einfach ein Teil der Herde sein. Als Teil der Herde durfte ich in der Gegenwart ankommen, meine Gedanken kamen zur Ruhe, ich hab wieder zu mir gefunden und konnte mich entspannen.

Meine Pferde haben mir also ganz nebenbei dabei geholfen, mich zu entspannen und wieder klar zu werden. Für mich war das an dem Abend, in dem Moment das absolut wichtigste. Und meine Pferde haben mir dabei geholfen, einfach so, nebenbei.

Man übersieht oft, gerade im Stress oder wenn eines der Tiere nicht so reagiert, wie man gerne möchte, was die Tiere alles für uns tun. Oft indem sie einfach da sind und so sind, wie sie eben sind.

Alles Liebe für Euch und Eure Tiere!

Marina

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Herzlich Willkommen!

Eigentlich sollte dies die Seite werden, die meine Selbständigkeit im Bereich ganzheitliche Lebensberatung bewirbt. Ich habe lange immer wieder die  Seite verändert, neu getextet, neues Design ausprobiert und irgendwie ging sie nie so richtig online, ich war nie so richtig zufrieden mit der Seite.

Tja, und nun brauche ich die Seite eigentlich gar nicht mehr. Im Juni wurde unser Sohn geboren und nun werde ich erstmal beruflich eine Pause machen, voraussichtlich wohl mindestens ein Jahr.

Ich habe festgestellt, dass es aber Gründe gibt, weswegen die Seite nie so richtig fertig geworden ist. Jetzt, ohne den Druck, mit der Lebensberatung Geld verdienen zu müssen, ist mir klar geworden, dass ich immer meinen Schwerpunkt auf die Tiere legen wollte. Ich habe mich aber überzeugen lassen, dass ich damit niemals genug Geld verdienen könnte. Und jetzt muss ich ja kein Geld mehr verdienen im nächsten Jahr, ich habe ja derzeit kein Gewerbe mehr, das laufen muss. Deswegen möchte ich diesen Blog jetzt dem Thema widmen, das mich besonders reizt, berührt, inspiriert: Der Heilung von Tieren.

Heilung von Tieren, da spielen oft die Menschen auch eine große Rolle. Wie, weshalb und wann, das werde ich hier nach und nach zu verschiedenen Themen erläutern.

Ich freue mich auf jeden Fall auf eine Zeit, in der ich jetzt ohne Druck ausprobieren darf, wie es sich anfühlt, wenn man sich mit den Themen beschäftigt und das aus sich raus lässt, was einem wirklich am Herzen liegt und wo die innere Stimme ruft: “JA!”. Ich hoffe natürlich, dass ihr als Leser auch davon profitiert. Aber wenn ihr Tierbesitzer seid, womöglich sogar von einem kranken oder verhaltensauffälligen Tier, so werdet ihr ganz sicher das ein oder andere mitnehmen können.

Alles Liebe für Euch und Eure Tiere wünscht Euch

Marina

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