Archiv für Dezember 2009

Was kann ich tun…

Mittwoch, 09. Dezember 2009

…um spielerisch das Vertrauen zu meinen Pferden zu vertiefen?
Was kann ich tun, damit ich nicht immer so ernst werde?

Diese beiden Fragen beschäftigen mich seit einigen Tagen. Eines meiner größten Probleme im Umgang mit den Pferden ist, dass ich oft sehr ernst werde, an einer Übung festhalte, etwas unbedingt “eben kurz” dem Pferd zeigen möchte. Damit gehe ich dann meistens total am Pferd vorbei.
Szabanac und Sam können damit beide ganz gut umgehen. Szabi entzieht sich mir und dadurch merke ich sofort, dass ich einen Fehler mache und bin wieder bei ihm. Sam bleibt einfach stehen und bewegt sich nicht mehr und reagiert auf nichts mehr. Damit komme ich dann auch wieder auf den Boden der Tatsachen, kann durchatmen und dann können wir es erneut versuchen oder was anderes machen. Die beiden verlieren dadurch auch nicht das Vertrauen und hinterher ist alles genauso wie vorher. Die beiden nehmen meinen Fehler hin, korrigieren mich und wir können weiter machen. Da ist es kein Drama, dass ich manchmal eben so bin.

Anders ist es bei Waterloo. Waterloo ist mein Pferd seit er ein Fohlen ist. Ich habe bei ihm alle Fehler begangen und das waren teilweise sehr schlimme. Ich habe sein Weltbild geprägt und ein einziges Mal auch völlig zerstört. Seitdem arbeiten wir daran, dass wir uns gegenseitig wieder vertrauen. Nachdem ich nämlich seine Sicht auf Menschen zerstört hatte (die Geschichte erzähle ich ein anderes Mal) war er jahrelang ein wirklich schwieriges Pferd. Er ließ sich nicht führen, hat Zäune eingerissen wenn man etwas von ihm wollte und hat auch durchaus gezielt Menschen angegriffen, die ihm nicht geheuer schienen oder etwas von ihm wollten.
In diesen Momenten, in denen ich am Pferd vorbei denke, kommen bei Waterloo alle diese alten Gefühle hoch. Wir sind dann beide nicht mehr in unserer Mitte und deswegen ist das dann eine recht angespannte Situation. Er wird misstrauisch, ich ärgerlich, weil er sich nicht mal eben kurz auf meinen Vorschlag einlassen kann, er wird noch misstrauischer, überlegt schon, wie er am besten flüchten kann, ich bemerke es, bekomme ein schlechtes Gewissen, damit kann er aber auch nicht umgehen usw. usf. …
Ich glaube, dass viele Reiter und Pferdemenschen diese Situationen kennen, in denen man nicht mehr in seiner Mitte ist und wenn die Dinge dann deswegen aus dem Ruder laufen.

Ich habe für mich nun überlegt, was ich in den Momenten tun kann, um aus der (angespannten) Rolle zu fallen und stattdessen wieder in die Rolle eines vertrauenswürdigen, freundlichen, entspannten Menschen zu kommen.
Mir sind da folgende Dinge eingefallen:
-In ein Spiel übergehen, z.B. ein Laufspiel, um die Anspannung wieder loszuwerden.
-Mit dem Ball spielen (weil Waterloo das sehr liebt).
-ihm eine Idee unterbreiten, die uns beiden sehr vertraut ist und die wir deswegen auch angespannt hinbekommen (oder z.B. ein bißchen Wut über die Situation rauslassen, indem wir gemeinsam irgendwo gegen treten…)
-Leckerlies füttern (Fressen entspannt… und entschuldigt manchmal auch)
-einfach stehenbleiben, durchatmen, in mich gehen und zu mir kommen

Fallen Euch noch mehr Dinge ein? Kennt ihr solche Situationen überhaupt? Ich würde mich über Kommentare, Anmerkungen und Anregungen sehr freuen.

Liebe Grüße
Marina

Empathie

Dienstag, 08. Dezember 2009

Mitgefühl ist nicht nur uns Menschen vorbehalten. Oft meinen wir das, wohl weil uns die Tierwelt oft so grausam vorkommt. Doch wirklich grausam sind die Tiere nicht. Sie töten, um zu überleben. Sir führen auch keine Kriege o.ä. Aber schaut Euch doch einfach dieses bewegende Video an:

L’empathie

Montag, 07. Dezember 2009

So, nun war ich nach all der Aufregung rund um Ikarus erstmal krank…

Wir haben gute Nachrichten bekommen: Die Leber ist in Ordnung. Jeder Tierbesitzer und -liebhaber kann jetzt wahrscheinlich den Stein hören, der mir bei der Botschaft vom Herzen gefallen ist!
Als Nebenbefund ist rausgekommen, dass es mit der Milz leichte Probleme gibt, die muss irgendwann im nächsten Jahr rausgenommen werden, aber das finde ich nicht so schlimm. Wir haben alles früh genug festgestellt, so dass man die Sache mit der Milz gut unter Kontrolle hat.

Passend zu unserer persönlichen Geschichte der letzten Wochen habe ich eine spannende Übung gefunden. Die hat zwar wenig mit Tieren zu tun, aber dennoch fand ich sie spannend und lehrreich. Ich glaube außerdem daran, dass der kreative, gleichberechtigte Umgang mit Tieren immer den ganzen Menschen fordert und damit zu Wachstum führt. Dabei hilft die folgende kleine Übung ganz sicher!

Stell Dir eine Stimme vor, die Dir sagt: “Es tut uns furchtbar leid, aber Du hast noch ein Jahr zu leben. Bei bester Gesundheit und ohne Schmerzen.” Na, was würdest Du tun, in Deinem letzten Jahr?
Die Stimme erklingt ein zweites Mal. Man hat sich nämlich leider “da oben” geirrt. Es ist nur noch ein Monat Lebenszeit übrig. Allerdings auch der bei bester Gesundheit. Was würdest Du dann tun? Wenn nur noch ein Monat übrig bleibt?
Die Stimme ertönt auch ein drittes Mal: “Hoppla, uns ist noch ein Irrtum unterlaufen. Dir bleibt nur noch ein Tag. Doch auch dieser bei bester Gesundheit und ohne Schmerzen.” Da kommt man doch der ganzen Sache schon ganz schön nahe, oder?
Und dann, ganz am Ende, hörst Du nochmals die Stimme: “Wir haben uns getäuscht. Dies ist nicht Dein letzter Tag auf Erden. Dein Ende ist unbestimmt.” Was verändert sich jetzt?

Bei mir hat die Übung vieles ausgelöst. Von richtigem Herzklopfen bis zum Überdenken meiner Ziele, Wünsche und Träume. Es folgte auch ein Gefühl von Glück, noch unbestimmte Zeit zu haben.
Die meisten Menschen und Tiere haben noch unbestimmte Zeit vor uns. Dennoch wurde mir in letzter Zeit vor Augen geführt, dass sich das schnell ändern kann, für jeden von uns. Die Übung führt uns das plastisch vor Augen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen: Viele wunderschöne Tage, viele Träume, die sich erfüllen und genug Zeit um Eure Wünsche zu erfüllen!

Und unseren Tieren wünsche ich Menschen, die auch ihre Zeit zu würdigen wissen, die wissen, dass auch ein Tier das Recht hat, eine schöne Lebenszeit hier zu verbringen!

Die Geschichte ist frei übernommen aus folgendem Buch:
Großerfolg im Kleinbetrieb: Wie man einen Betrieb mit 1 bis 40 Mitarbeitern zum Erfolg führt